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Das evolutionäre Konzept - Bedürfnisse der heutigen Pferde unter dem Aspekt ihrer evolutionären Entwicklung


Das moderne Pferd der Gegenwart hat sich über 50 Millionen Jahre vom Waldbewohner zum Steppenbewohner gewandelt und nun innerhalb weniger hundert Jahre zum Höhlenbewohner! Das Problem ist, dass unsere moderne Pferdehaltung im krassen Gegensatz zu den Umweltumständen steht, an die sich die Pferde im Rahmen der evolutionären Entwicklung angepasst haben. Prinzipiell hat die Evolution mit unseren heutigen Pferden einen nahezu optimalen Organismus geschaffen. Es gibt nur wenige Lebewesen, die so anpassungs- oder auch leistungsfähig sind. Pferde können in beinahe allen Klimazonen überleben. Sie sind wahre Thermoregulationsexperten. Pferde gehören zu den schnellsten Landlebewesen. Dabei sind sie Langstreckenspezialisten und können relativ hohe Geschwindigkeiten über eine lange Strecke halten. Das Herz-Kreislauf-System kann man mit einem Formel-1-Motor vergleichen.

Obwohl dies nur zwei Beispiele sind, muss man sich dann doch die Frage stellen, warum unsere heutigen Pferde so viele Krankheiten haben? Woher kommen die ganzen Lahmheiten? Wer selbst einmal freilebende Pferde in der Steppe beobachtet hat, erkennt, wie viel so ein Pferdefuß eigentlich aushalten kann. Woher kommen die ganzen Koliken? In den Universitäten wird gelehrt, dass der Pferdedarm einfach zu lang und kompliziert ist.

Es fällt nur schwer, sich vorzustellen, dass ein Darmsystem, das sich über 50 Millionen Jahre entwickelt hat, fehlerhaft sein soll! Was nun? Hat die Evolution einen Fehler gemacht, oder ist unser heutiges Pferd etwa eine der unerfolgreichen Seitenlinien oder gar eine Sackgasse, die bedingt durch ihre gesundheitliche Anfälligkeit mit der Zeit von der Bildfläche verschwinden wird? Eher scheint unser mangelndes Verständnis für die evolutionär erworbenen Bedürfnisse die Ursache für die Anfälligkeit der Pferde zu sein! Hier schließt sich der Kreis zur Sportmedizin und zur Prophylaxe. Denn das Erkennen der Bedürfnisse und eine entsprechende Rücksichtnahme wäre die einfachste und beste Prophylaxe, die wir unseren Pferden angedeihen lassen könnten.

Ein Camargue Pferd beschäftigt sich 60 % des Tages mit Fressen. Das entspricht ungefähr 14 h, während sich das Pferd in der Box lediglich 16 % (ca. 4 h) mit Fressen beschäftigt. Noch auffälliger ist der Unterschied im Bereich "non activity", dem Stehen/Ruhen/Liegen. Das Boxenpferd verbringt 84 % des Tages damit, während Camargue Pferde nur 30 % dafür aufwenden. Damit steht ein Boxenpferd 54 % mehr nur in der Gegend herum, nämlich ohne Bewegung! Vergegenwärtigt man sich nur einen dieser beiden Punkte, erübrigt sich die Frage, warum unsere Pferde so viele gesundheitliche Probleme haben! Der Plan der Evolution war nicht etwa ein Höhlenbewohner, der 84 % des Tages mit Ruhen verbringen soll. Nein, der Plan ist auf einen Steppenbewohner zugeschnitten, der 70 % des Tages unterwegs sein sollte! Viele der "Zivilisationskrankheiten" finden ihre Ursache darin, dass sich zwischen evolutionären Bedürfnissen und tatsächlichen Bedingungen ein großes Loch befindet!

Der Speichel übernimmt eine wichtige Rolle bei der Abpufferung der Magensäure. Nun wird sich niemand mehr über die Häufigkeit von Magenproblemen bei unseren Sportpferden wundern. Vielmehr werden bei der FEI Medikamente wie Cimetidin oder Omeprazol (Medikamente zur Behandlung von Magengeschwüren) in der Liste der erlaubten Medikamente geführt.

In dieser Liste sind auch Wurmkuren und Impfungen enthalten. Daran kann man nicht nur erkennen, wie groß das Problem für Sportpferde ist, sondern auch, dass es ohne diese Medikamente offensichtlich gar nicht mehr geht.

Eine der Standardantworten von Tierärzten in Kolikkliniken auf Frage des Kunden, warum das Pferd diese Kolik hatte, ist "...nun das liegt an dem langen Darm, der einfach zu kompliziert gebaut ist...". Wieder stellt sich die Frage, hat die Evolution einen Fehler gemacht? Aber erneut ist es vielmehr so, dass entwicklungsbedingte Vorgaben beim Boxenpferd nicht erfüllt werden. Der Verdauungstrakt der Pferde ist darauf ausgelegt, dass 24 h Nahrung in seinem System zum Verdauen vorhanden ist und nicht alle 6 Stunden eine kleine Portion. Es ist aber nicht so, dass lediglich der Darm auf eine ständige Nahrungszufuhr angewiesen ist. Auch das Hormonsystem ist darauf ausgelegt. Der Körper hat ein sehr ausgeklügeltes System mit dem er seine inneren Abläufe regelt. Zu vergleichen ist dieses System mit der Polizei, welche den Straßenverkehr regelt, dem Bahnbeamten, der den Zugverkehr organisiert und die Weichen entsprechend öffnet und schließt oder dem Fluglotsen der für die Koordination im Luftraum zuständig ist. Jedoch ist das Hormonsystem komplizierter und komplexer. Vergleichbar mit einer zentralen Stelle, die alle drei Verkehrsregelungen aus einer Hand reguliert. Erneut kommt der Hinweis darauf, dass eben dieses Hormonsystem sich über den Zeitraum der Evolution entwickelt hat und sich demzufolge nicht über einen Zeitraum von wenigen hundert Jahren auf die heutigen Gegebenheiten einstellen kann! Man kann dies sehr schön am Beispiel des Insulinwertes zeigen. Die weitere Verarbeitung von resorbierten Kohlenhydraten beeinflusst u. a. den Insulinwert bzw. wird dann auch über dieses Hormon geregelt.

Anhand der blau gestrichelten Linie erkennt man den Energiehaushalt bei einem Pferd mit konstanter Nahrungsaufnahme. Durch die kontinuierliche Aufnahme werden also auch kontinuierlich Nahrungsbestandteile über den Darm resorbiert. Daraus ergibt sich auch eine relativ gleichmäßige Aufnahme von Kohlenhydraten (Zucker) und damit auch ein gleichmäßiger Insulinwert. Die rote Linie zeigt, was mit dem Insulinwert bei herkömmlicher Fütterung passiert. Dreimal täglich wird eine bestimmte Menge Kraftfutter zu den Fütterungszeiten angeboten. Meistens ist dann das Futter auch noch in einer leichtverdaulichen Form. Sprich nach der Magenpassage (1-4 h) steht dem Darm innerhalb kurzer Zeit eine große Menge hochverdaulicher und damit schnell resorbierbarer Kohlenhydrate zur Verfügung. Das Ergebnis ist ein hoher Blutzuckerspiegel. Gäbe es den Regelmechanismus des Körpers nicht könnte man glauben, dass dies eine feine Sache ist! Viel Blutzucker = viel Leistung! Weit gefehlt! Denn der Körper reguliert dagegen. Viel Blutzucker bedeutet eine Gegensteuerung mit Insulin. Dies wiederum bewirkt ein schnelles Absinken des Blutzuckerspiegels. Der im Blutkreislauf befindliche Zucker wird auch mit Hilfe weiterer Hormone weiterverarbeitet. In Summe betrachtet sinkt also der Blutzuckerspiegel unter die optimale Menge.

Das Problem eines niedrigen Blutzuckerspiegels ist jedem aus eigener Erfahrung bekannt. "Hunger macht böse" heißt ein bekannter Satz. Zudem lässt die Konzentration und Leistungsfähigkeit nach, womit wir erneut bei der Sportmedizin angelangt wären. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit Ihrem Pferd einen Start just genau in dem Moment haben, in dem der Blutzuckerspiegel sein Maximum erreicht hätte, ist nach einer Fütterung sehr unwahrscheinlich. Genau so wird der Unsinn von sogenannten Energieboostern vor einem Start klar. Auszug aus der wissenschaftlichen Abhandlung von Mühldorfer Pferdefutter in Zusammenarbeit mit unserem wissenschaftl. Beirat.
Den vollständigen Bericht können Sie hier als PDF downloaden
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